• Audi etabliert Rückführungskonzept für Rezyklate aus Altfahrzeugen
  • Branchenweit einmalig: Digitales Materialkonto ermöglicht kosteneffizienten Einsatz von Post-Consumer-Sekundärmaterialien
  • Beschaffungsvorständin Renate Vachenauer: „Wir arbeiten stetig daran, den Anteil an wiederverwerteten Materialien in unseren Fahrzeugen zu erhöhen. Audi zeigt: Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit gehen Hand in Hand.“
Kreislaufwirtschaft: Audi sichert recycelte Rohstoffe strategisch und kosteneffizient ab

Audi erreicht einen Meilenstein und treibt die Kreislaufwirtschaft in der Automobilindustrie weiter voran: Das Unternehmen will den Einsatz von Sekundärmaterial in Fahrzeugen dort erhöhen, wo es technisch machbar sowie ökologisch und ökonomisch sinnvoll ist. So sollen vermehrt Rohstoffe nach ihrer Nutzung für neue Zwecke wiederverwendet werden. Seit 2023 testet Audi deshalb im Programm MaterialLoop Ansätze zur Umsetzbarkeit. Nachdem zunächst der Fokus auf der technischen Machbarkeit lag, hat das Unternehmen als erster Automobilhersteller gemeinsam mit dem Partner TSR Resource nun ein wirtschaftlich tragfähiges Rückführungskonzept für Rezyklate aus Altfahrzeugen entwickelt und umgesetzt. Dabei wird Stahlschrott aus Fahrzeugen, welche am Ende ihres Lebenszyklus stehen, zu qualitativ hochwertigem Post-Consumer-Sekundärmaterial aufbereitet und für die weitere Nutzung in der automobilen Lieferkette gesichert.

In der ersten Ausbaustufe stellt Audi ab 2025 unter anderem mehrere Tausend Vorserienfahrzeuge für das Recycling zur Verfügung. Diese werden von TSR Resource zerkleinert und zu hochwertigen Recyclingrohstoffen für eine weitere Nutzung in der Automobilindustrie aufbereitet. Im Gegenzug erhält Audi Zugriff auf das aus diesen Fahrzeugen gewonnene Sekundärmaterial, das einem sogenannten digitalen Materialkonto gutgeschrieben wird. Auf dieses Guthaben können potenzielle Material- und Bauteillieferanten im Rahmen eines Vergabeprozesses zugreifen. Dadurch erhalten mögliche Vertragspartner von Audi exklusiv Zugriff auf hochwertige Recyclingrohstoffe aus Stahl, die sonst teils hohen preislichen Schwankungen unterliegen.

Wirtschaftliches Rückführungskonzept fördert Resilienz und Recycling in der Lieferkette

Perspektivisch will Audi den Prozess für weitere Materialströme und Fahrzeuge ausrollen. Infrage kommen alle Rohstoffe, die Audi aktuell oder künftig mit einem verbindlichen Rezyklatanteil für seine Fahrzeuge einkauft. Durch das Rückführungskonzept kann das Unternehmen diese Rohstoffe unabhängiger von marktbedingten Kostenschwankungen beschaffen. Die Lieferkette gewinnt dadurch langfristig an Resilienz. Gleichzeitig fördert Audi hochwertiges Recycling und eine nachhaltigere Produktion von Fahrzeugen bei gleichbleibend hoher Qualität. Ein weiteres Plus: Audi stellt sich schon jetzt zukunftssicher gegenüber externen Anforderungen auf.

Audi Beschaffungsvorständin Renate Vachenauer: „Das Potenzial von Recycling ist enorm. Wir arbeiten stetig daran, den Anteil an wiederverwerteten Materialien in unseren Fahrzeugen zu erhöhen. Mit dem digitalen Materialkonto ist Audi Vorreiter in der Automobilindustrie und kann recycelte Rohstoffe als wertvolle Ressourcen unabhängiger vom Markt beschaffen. Audi zeigt: Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit gehen Hand in Hand.“

Audi als Vorreiter für den Einsatz von Post-Consumer-Sekundärmaterialien

Der verantwortungsvolle Umgang mit Rohstoffen ist für Audi zentraler Schwerpunkt einer zukunftsorientierten Automobilproduktion. Die Audi Kreislaufwirtschaftsstrategie leistet mit dem Wiedereinsatz sogenannter Post-Consumer-Sekundärmaterialien einen wesentlichen Beitrag. Darunter versteht man Materialien, die bereits für einen anderen Zweck verwendet und nach ihrem ersten Leben wieder aufbereitet wurden. Wie das in der Praxis technisch funktioniert, hat Audi bereits im Rahmen des MaterialLoop Programms gezeigt. Dazu zählen beispielsweise der anteilige Einsatz hochwertig aufbereiteter Post-Consumer-Sekundärmaterialien für die Windschutzscheibe des Audi Q4 e-tron (GlassLoop) oder das Dachaußenteil des Audi Q6 e-tron (SteelLoop). Mit dem Rückführungskonzept für Post-Consumer-Sekundärmaterialien geht Audi nun einen Schritt weiter. Als erster Automobilhersteller sichert das Unternehmen gemeinsam mit dem Vertragspartner TSR Resource, einem Spezialunternehmen für das Recycling von Altfahrzeugen, wiederaufbereitete Materialien für die weitere Nutzung in der Audi Lieferkette. Im konkreten Fall sind das hochwertige Recyclingrohstoffe, beispielsweise Stahl, unter anderem aus Vorserienfahrzeugen.

Christian Blackert, Geschäftsführer TSR Resource: „Wir freuen uns, gemeinsam mit Audi einen weiteren, wichtigen Meilenstein für eine gelebte Kreislaufwirtschaft in der Automobilindustrie zu setzen. Dieses Projekt ist ein eindrucksvolles Beispiel dafür, was dank Industriepartnerschaften möglich ist. Gleichzeitig machen wir uns unabhängiger von fragilen Lieferketten und leisten einen wichtigen Beitrag zur Resilienz gegenüber den Herausforderungen globaler Märkte."

Lösung für strategische, kosteneffiziente und nachhaltige Kreislaufwirtschaft

Um Materialkreisläufe in der Industrie zu schließen, müssen in den meisten Fällen mehrere Unternehmen zusammenarbeiten. Das hat Vorteile für alle Beteiligten: Der Recyclingpartner profitiert von einem planbaren Eingangsstrom von Altfahrzeugen und möglichen Abnehmern des Sekundärmaterials. Potenzielle Lieferanten erhalten Zugriff auf hochwertige, für die Automobilindustrie geeignete Rezyklate zu gleichbleibenden Konditionen – und können diese an Audi weitergeben. Audi kann seine Rohstofflieferketten zu verbesserten wirtschaftlichen Konditionen stabilisieren.

So lässt sich der Anteil an Post-Consumer-Sekundärmaterial für Neufahrzeuge steigern – ohne Abstriche bei Qualität und Kosten. Mit der Rückführung von hochwertigen Sekundärmaterialien aus Fahrzeugen, die am Ende ihres Lebenszyklus stehen, zeigt Audi auf, wie Ressourcen strategisch, kosteneffizient und nachhaltig im Kreislauf gehalten werden können.